21. Jahreskongress der ÖGMKG

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Der 21. Jahreskongress der ÖGMKG fand von 30.1. bis 3.2.2016 statt.

Das Hauptthema war die Frage "Wieviel Technik braucht die MKG-Chirurgie". Dies wurde in den verschiedenen Subthemen behandelt.

Daneben zeigten einige andere Vorträge interessante Ergebnisse auf. Im Rahmen einer 3D-Analyse der Kiefergelenksposition nach Umstellungsoperationen konnte z.B. gezeigt werden, dass bei 30 Patienten die zunächst gefundenen Veränderung der Position sich nach über einem Jahr weitestgehend normalisierten.  Weiters wurden in diesem Untergebiet Möglichkeiten des Plattendesign über CAD-CAM-Techniken vorgestellt, welche sich in Studien als praktikabel und zeitsparend erwiesen. Nach Ansicht von Experten sollten allerdings hochtechnische Verfahren, wie z.B. roboterunterstützte OP-Abläufe, in der zukünftigen MKG-chirurgie eine weitgehend untergeordnete Rolle spielen (beispielsweise nur in der Neck dissection Anwendung finden).

In der Session Traumatologie wurde das Frontzahntrauma behandelt. Hier zeigte sich, dass man mit weit konservierenden Vorgehensweisen ebenso einen recht guten Erfolg erreichen kann. Die Verwendung optimierter Zahnschienen und Wertlegung auf Hygienefähigkeit sind wichtige Punkte, Endodontie erst bei Vorliegen von Veränderungen im Röntgen, sowie physiologische Zahnbelastungen. Einige weitere Vorträge befassten sich mit dem Augenhöhlenboden und der Wichtigkeit der anatomisch optimalen Reposition. Neue Schnittführungen bei Versorgung von Kieferköpfchenfrakturen wurden vorgestellt, ebenso die Versorgung einer schweren Schussverletzung aus Syrien mittels einer Rekonstruktionsplatte und Beckenkammtransplantation.

Der letzte Vormittag befasste sich mit Themen der Implantologie und der oralen Chirurgie. Zirkonoxid-Implantate sind retrospektiv und statistisch im Erfolg den Titanimplantaten ebenbürtig, die Einheilungsquote liegt bei 96 - 99%. Allerdings sind die Vergleiche aufgrund fehlender vergleichbarer Daten schwierig. Sehr gut möglich hingegen die gleichzeitige Entfernung von zwei Weisheitszähnen im Unterkiefer. Diese sei effizient, wird von den Patienten retrospektiv sehr gut beurteilt, die Krankenstandsdauer ist wesentlich geringer. In einem weiteren Vortrag wurden implantatgetragene Gesichtsepithesen vorgestellt, die ähnlich wie Zahnimplantate im Gesichtsskelett integriert und versorgt werden. Ebenfalls interessant abschließend ein Referat über transmigrierte Zähne, die, falls die Wurzelspitzen in optimaler Position liegen, gut eingegliedert werden können. Allerdings sind das Behandlungsalter (10 - 22 Jahre) und die -dauer (3 - 4 Jahre) limitierende Faktoren.