Jour Fixe 37: Keramikimplantate II

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Jour Fixe 37 vom 9.3.2017 stand zum zweiten Mal im Zeichen der Keramikimplantate. Der Referent Jens Strohm erläuterte dabei die Neuentwicklungen zu diesem Thema.

Referent: Dr. Jens Strohm, Fa. Camlog

Donnerstag, 9.3.2017 - 19:00 Uhr 

Ärztekammer Vorarlberg, Vortragsraum - Schulgasse 17, Dornbirn

3 ZFP der Vorarlberger Landeszahnärztekammer

In einem außerordentlich spannenden und informativen Vortrag, der sich teilweise zu einem Dialog zwischen Vortragendem und Publikum entwickelte, erläuterte Jens Strohm von der Firma Camlog den aktuellen Stand der Keramikimplantate.

Werkstofftechnisch handelt es sich bei Zirkonium um ein Metall, das aber in der Verbindung mit Sauerstoff nichtmetallische Eigenschaften annimmt. Daher können Zirkondioxid-Implantate als metallfreie Keramikimplantate gelten.

Da der Werkstoff äußerst rigid und wenig wärmeleitend ist, muss die Aufbereitung des Implantatbetts sehr sorgfältig vorgenommen werden. Die Bohrung ist größer zu gestalten, damit das Implantat nicht mit zu hohem Eindrehwiderstand eingebracht wird. Das vorgestellte Implantat besitzt einen neu konfigurierten Sechskantinnenkonus, der achsenparallel läuft. Die Kanten sind abgerundet, um die Spannungen beim Eindrehen zu minimieren und dadurch Mikrofrakturen im Implantatcorpus zu verhindern.

Die Aufbauteile sind standardmäßig in PEKK oder individuell in Zirkondioxid mittels CAD/CAM erhältlich. Durch die Verwendung einer Titan- oder Gold-Innenschraube können die Kronen nun erstmalig direkt im Implantat verschraubt werden, wodurch Zementierungen vermieden werden.

Ein Augenmerk ist auf die Planung zu legen: Keramikimplantate sind nie mit natürlichen Zähnen zu verbinden (keine Hybridrestaurationen), auch dürfen keine Extensionen verwendet werden. Das Implantat ist also immer als abschließende Stütze einer mehrere Zähne umfassenden Restauration einzusetzen. Brückenglieder dürfen nie mehr als Prämolarenbreite annehmen, da es sonst aufgrund der Rigidität und der Überlastung durch den Kaudruck zum Bruch der Restauration kommen kann. Sind zahnlose Verankerungen vorgesehen, so gilt die Anordnung im Trapez. Lineare Anordnung führt zu erhöhten Scherkräften am Implantat und damit zur Gefährdung.

Létztlich handelt es sich bei den neuen Keramikimplantaten um ein ausgereiftes, biologisch hochwertiges Produkt, das den Anforderungen der modernen Implantologie durchaus gewachsen ist und in puncto Einsetzbarkeit den Vergleich mit Titanimplantaten nicht zu scheuen braucht.