Jour Fixe 40: Behandlungskonzepte im Oberkiefer

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Im Rahmen des 40. Jour Fixe stellte Dr. Rainer Buch vor gut gefüllter Kulisse sein Behandlungskonzept im Oberkiefer vor.

Der ästhetisch besonders anspruchsvolle Oberkiefer zeichnet sich durch seine ungünstigen Resorptionsrichtungen aus, wodurch einerseits besonders der bukkale Knochen in recht kurzer Zeit verloren geht, andererseits es dadurch auch zu einer deutlichen pultförmigen Abschrägung des Knochenkamms kommt. Dies ist wieder mit einem planen Implantateingang, wie es die gängigen zur Verfügung stehenden Implantatoberflächen kennzeichnet, nur schwer in Einklang zu bringen. Augmentative Maßnahmen an der bukkalen Schulter oder Plateaubildung sind dann nicht zu vermeiden.

Die Firma Astra hat nun ein im Bereich der Implantatschulter abgeschrägtes Implantat entwickelt, welches sich genau der Oberflächenform des sich regenerierenden Oberkieferknochens anpasst, wodurch bei planen Schultern häufig notwendige Augmentationen oder Plateaubildungen wegfallen. Sehr wohl betonte Dr. Buch, dass auch trotz dieser idealen Schulterform das chirurgische Wissen und Geschick von Bedeutung bleiben, da die optimalen Implantatpositionen und -abstände nach wie vor unabdingbare Voraussetzungen für ein langfristig zufriedenstellendes Ergebnis sind.

Dr. Buch löst seine Fälle überwiegend sofort, d.h. Implantation im Rahmen der Extraktion, was heißt, das großes Augenmerk auf die vorsichtige und möglichst knochenschonende Entfernung des Zahnes gelegt werden muss. Die Implantate werden dann ohne Lappenbildung gesetzt.

Das abgeschrägte Implantat hat eine Konusverbindung, wodurch zusätzlich zur schrägen Schulter das automatisch generierte Platform Switching zusätzlich den Knochen langfristig in der Höhe stabilisiert. Die Innenverbindung geschieht über ingesamt sechs, v.a. palatinalseitig gelagerten Kerben, wodurch Abdruckpfosten und Abutments nur in einer Position (360°) verankert werden können, was die Ausrichtung der Krone definiert.

Die Implantate werden zwar nicht sofort, aber nach ca. 3wöchiger Abheilung mit Provisorien ohne Belastung versorgt. Die definitive Versorgung wird erst nach mehrmonatiger Abheilung durchgeführt, je nach Ausformung des Weichgewebes, wozu die Provisorien mitunter mehrfach angepasst werden müssen.

Da das Implantat nur in 4,2 mm und 4,8 mm Durchmesser verfügbar ist, sind schmale Lücken, wie beispielsweite die 2er im Oberkiefer, als auch die 1er und 2er im Unterkiefer, kaum zu versorgen, was ein deutlicher Nachteil des Systems darstellt.

Insgesamt demonstierte Dr. Buch im Rahmen seines Vortrages aber die Vorteile dieser Technik für alle nachvollziehbar und leitete in eine recht lebhafte Diskussion weiter, die in angeregten Gesprächen des Publikums endete.