Jour Fixe 41: Moderne Implantatprothetik und Weichgewebsintegration für einen nachhaltigen Implantaterfolg

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Dr. Peter Randelzhofer betreibt gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Claudio Cacaci das Implantat Competence Center in München und besuchte uns am 21.6.2018 anlässlich unseres 41. Jour Fixe für Implantologie

Kurz zusammengefasst ging es bei diesem 41. Jour Fixe um die Möglichkeit moderner Weichgewebsíntegration und -management, um Implantate auch langerfristig vorhersagbar ästhetisch gut zu integrieren.

Unser Referent beeindruckte mit einer hochwertigen Präsentation (auch wenn sie erst mit Mühe und gutem Zureden ins Laufen kam)  und zeigte auf, dass auch ohne ausgefeilte chirurgische Zusatztechniken nur unter Zuhilfenahme von passenden Langzeitprovisorien durch Anpassung des Weichgewebes sehr gute Resultate zu erzielen sind.

Dies gelingt einerseits durch ein großes Modelllager, in denen restaurative Fälle und Ausgangssituationen gelagert werden und anhand derer passende Provisorien gefertigt werden können. Die Provisorien können durch entsprechendes Hohlschleifen bzw. durch Apposition in der Form am Weichgewebe verändert und dadurch letzteres zum Wachstum bzw. Zurückweichen in die passende Kontur stimuliert werden.

Die Implantate werden zu einem hohen Prozentsatz sofort nach Extraktion eingebracht oder zeitlich um 6-8 Wochen verzögert. Als Besonderheit zeigte uns der Referent die Technik, nach der nach erfolgter schonender Extraktion des zu ersetzenden Zahnes ein passendes Scheibchen, welches etwa dem Durchtritt durch die Gingiva entspricht, nach Implantation aufgelegt wird und in der Einheilungszeit verbleibt, wodurch sich auch (bei korrekter Implantatposition) reichlich Knochen regenerieren lassen sollte.

Ein intensiver Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker ist unabdingbare Voraussetzung für einen guten Erfolg. Weichgewebe und Knochen muss nicht "auf Teufel komm raus" regeneriert werden. Je nach Bedarf und Wünschen des Patienten (auch beruflicher Bedarf!) kann mit prothetischen Mitteln (weißer und rosa Keramik) ein hervorragender und auch hygienisch einwandfrei zu putzender Zahnersatz hergestellt werden. Gerade auf die geriatrische Komponente wird mit dem Älterwerden der Bevölkerung in unserer Gesellschaft immer mehr Aufmerksamkeit zu schenken sein, d.h. die Frage nach Anzahl, Positionierung von Implantaten und Pflegbarkeit der eingegliederten Konstruktion (oder entsprechende spätere Umbaumöglichkeiten) müssen bereits in recht frühem Alter berücksichtigt werden.

Ingesamt lieferte uns Dr. Randelzhofer in etwa 100 Minuten Vortragsdauer Stoff und Diskussionsthemen für mehrere Stunden. Dass ihm ersterer nicht so schnell ausgeht, ist uns bewusst geworden. Eine Einladung zu einem weiteren Vortragsabend würde er jedenfalls sehr gerne annehmen.