Zahntrauma

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Unfälle im Kieferbereich können Zähne, Knochen, Weichteile oder alle Gewebe in Kombination betreffen.

Das Ausmaß einer Zahnverletzung hängt einerseits von der Heftigkeit, andererseits auch von der Richtung der Krafteinwirkung ab. Im einfachsten Fall kommt es zu einer Stauchung des Zahnes ohne weitere Auswirkungen, die umgebenden Weichgewebe reißen leicht ein (Zahnfleischbluten) = Luxation ersten Grades.

Bei größerer Krafteinwirkung kann der Zahn als ganzes verlagert werden, entweder bei Einwirkung von vorne nach hinten, oder seltener axial, d.h. in die Tiefe = Luxation zweiten Grades.

Ist die Kraft noch größer, dann wird der Zahn ganz aus seiner Knochenhöhle entfernt (Zahn ausgeschlagen) = Luxation dritten Grades.

Extreme und schnelle Krafteinwirkungen führen eher zu Zahnfrakturen, wodurch Zahnteile abgeschlagen werden, oder Frakturen der Wurzel in verschiedener Höhe.

Verletzungen der Zähne treten meist in Kombination mit Verletzungen des Zahnfleisches und/oder zahntragenden Knochens auf. Brüche im Kieferbereich selbst sind auch häufig vergesellschaftet mit Zahnverletzungen. Daher richtet sich auch die Behandlung der Unfälle nach dem Ausmaß der Verletzung.

Zur Diagnostik wird neben der genauen Inspektion ein Röntgen (Panoramaaufnahme, Einzelbilder), fallweise auch spezielle Kieferaufnahmen notwendig werden, mitunter ein CT.

Behandlung

Absprengungen im Bereich der Zahnkrone, Füllungsverluste: Ersatz durch neue Füllung, Krone, fallweise bei tiefer Absprengung auch Wurzelbehandlung.

Luxationen:

  • Grad I: Verhaltensmaßnahmen, weiche Kost, fallweise Schmerzmittel.
  • Grad II: Schienung an den Nachbarzähnen für 6 Wochen
  • Grad III: sofortige Reposition des ausgeschlagenen Zahnes. Den Zahn in feuchtes Milieu (z.B. Milch, Kochsalzlösung) eingeben und so schnell wie möglich wieder einsetzen. Anschließende Schienung für 3-4 Wochen.

Frakturen der Wurzel: erfordern eine verschieden lange Schienungsdauer (falls gelockert), bei spitzennaher Fraktur Wurzelspitzenresektion.

Begleitende Weichteilverletzungen werden gesäubert, desinfiziert und mit Nähten versorgt.

Eine langfristige Beobachtungsphase schließt sich an, um mögliche Spätkomplikationen (z.B. Infektionen) frühzeitig zu erkennen und einer entsprechenden Behandlung zuführen zu können.