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JOUR-FIXE VORTRAGSREIHE

21. IMPLANTOLOGISCHER JOUR FIXE
November 2011
Hans Joachim Lotz
Zahntechnikermeister
 
Thema: Große und komplexe Implantatrekonstruktionen, festsitzend gegenüber abnehmbar.
Verbindung Ästhetik und Funktionalität
 
Herr Lotz orientierte sich zunächst an einer einfachen Situation, der Einzelzahnversorgung am lateralen Schneidezahn.  Zur Planung hält er sich zunächst an die Gegenseite und spiegelt diese einfach auf die Seite, wo der Zahn fehlt.
Durchführung eines Fotostatus (Portrait, Lachverlauf frontal, von beiden Seiten, sowie Detailaufnahme, enorale Aufnahmen, in 12-Uhr-Stellung und Bissfoto).
Idealerweise zeigen die Frontzähne eine Proportion von Kronenhöhe:breite von 5:4. Durch Spiegelung auf die therapeutische Seite kann dann leicht der Platz- und Therapiebedarf errechnet werden.
 
Herr Lotz verwies auf die Inkongruenz von Implantatschulter und natürlichem Zahnquerschnitt, bezogen auf die Durchtrittstelle an der Gingiva. Dabei dient die Verlaufsstrecke in der Gingiva zum Ausgleichen der Differenzen. Durch Modellierung am Modell und Ausgießen gewinnt er ein individualisiertes Abutment, auf welchem eine provisorische Krone aufgeschichtet werden kann (Herr Lotz geht dabei immer den Weg der Schichtung und nicht über vorgefertigte Prothesenzähne).
Die Provisorien werden eingepasst, unter Berücksichtigung der Anämisierung, und 12 Monate belassen.
 
Bei atrophen und langstreckigen (Leerkiefer)-versorgungen stellt sich die Frage, ob festsitzend oder abnehmbar. Dabei ist auch abnehmbar als fester Zahnersatz zu verstehen! Der Weg führt auch hier über die Fotodokumentation und deren Auswertung, idealerweise digital (alternativ bietet sich das Ditramax-Konzept an). Dabei müssen besonders bei Seitenzahnversorgungen auch die okklusalen Konzepte einfießen (Führungsebenen, Ausschluß von Parafunktionen).
Der Patient entscheidet dabei anhand eines primären Wax-Up mit übersteigerter Optik, ob die Geometrie passt, eventuell Nachbesserung notwendig. Dann kann ein entsprechendes Langzeitprovisorium angefertigt werden. Erst nach 12 Monaten fällt dann die Entscheidung, ob eine festsitzende oder besser abnehmbare Versorgung vorzunehmen ist, wobei neben der subjektiven Verträglichkeit auch die Pflegbarkeit der Versorgung entscheidend ist.
 
Für abnehmbare Versorgungen haben sich Locators laut Lotz, gerade wegen der Hygieneeigenschaften sehr bewährt.
 
Festsitzend bieten sich Zirkongerüste an, deren Vorteile einerseits im Gewicht, andererseits auch im Preis gegenüber einer hochgoldhaltigen Legierung liegen.  Nachteile, besonders bei langen Spannen sind Bruchgefahr und Chipping.
 
Der Vortrag war sehr gut illustiert und kam interessant und verständlcih beim Publikum an, wasa sich auch in einer langen Diskussionsrunde abschließend widerspiegelte.
 
Vorschau auf 2012:
 
Jour Fixe 22: findet diesmal "außerplanmäßig" am 3.2.2011 (Freitag!) statt, um 18:00 Uhr. Eingeladen ist Dr. Michael Stimmelmayr aus Cham (Bayerischer Wald). Es wird sicher ein hochkarätiger Vortragsabend werden, den wir diesmal ohne Sponsorunterstützung durchführen werden.
 
Jour Fixe 23: am 14.6.2011 mit Dr. Marco Aglietta aus Bern (CH), der schon vor einem Jahr bei uns war (Sponsor: Dentsply)
 
Jour Fixe 24: am 8.11.2011 mit Dr. Hess (A). Sponsor ist Fa. Straumann
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